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01.02.2017
40. Karletreffen in Schonach: Sogar ein 100-jähriger Karl ist dabei
Karletreffen findet zum 40. Mal statt, Erinnerung an Karolina Neumaier. Von Rita Bolkart
Zum 40. Karletreffen lud Organisator Karl Koch in diesem Jahr ein. Mit großer Freude begrüßte er seinen Namensvetter Karl Griesbaum aus Triberg, der im Dezember seinen 100. Geburtstag feiern konnte und damit der älteste Teilnehmer aller Karletreffen war. Ganz besonders wurde der 100-jährige Karle von seinen Namensvettern geehrt und der genoss die Aufmerksamkeit sichtlich. Sein Sohn Karl-Roland hatte ihm den abendlichen Ausflug ermöglicht und war damit dem Wunsch von Karl Koch gerne nachgekommen. Der Name Karl bürge eben für Qualität, kommentierte der Organisator und erinnerte an die vielen Schonacher Originale, die Karl als Vorname trugen. Er erwähnte dabei die Karles von den Feldern, vom Paradies und den Vogel-Karl. „Sogar der Pfarrer Hugelmann hat Karl geheißen“, spielte er auf den ehemaligen Schonacher Pfarrer an.
Gruppenbild der Namensverwandten (von links): Karl Walter, Karl Griesbaum, Karl Hettich, Karl-Heinz Dold und Caroline Dold; dahinter Karl-Roland Griesbaum, Karla Dold, Karl Schwer, Karl Rombach, Karl Koch und Karl-Heinz Schlöger. Bild: Rita Bolkart.
Ebenfalls freute sich die namensverwandte Runde darüber, dass der Landtagsabgeordnete Karl Rombach sich das Treffen nicht entgehen ließ. Egal ob Karl oder eine Mischform mit Karl, ob Carla oder Caroline, alle Mitbürger, deren Namen mit dem Karl verwandt ist, sind zum jährlichen Treffen willkommen. „Im Schnitt sind wir so zwölf Leute“, fasste Karl Koch die vergangenen 40 Jahre zusammen.
Einmal aber, blickte er zurück, sprengte ein Gerücht die Teilnehmerzahl. Vor vielen Jahren machte es die Runde und ließ die Karle-Zahl fast verdoppeln. Der Präsident von 1860 München, Karl Moser, der wäre in der Gegend und würde sich sehr für das Namensvettertreffen interessieren, hatte es geheißen. „Wir waren bereit wie beim Hornberger Schießen“, lachte Karl Koch, der Präsident war jedoch nicht gekommen. Was blieb, war ein unterhaltsamer Abend für alle anderen.
Gerne erinnerte sich die Runde an Karolina Neumaier. Sie war den Namenskollegen sehr treu und hatte stets einen Korb mit Speck und Hausmacher Wurst dabei. Rustikal wurde dann gemeinschaftlich gevespert und es ging hoch her. Da konnte es schon passieren, dass das Speckstück zur Präsentation an der Lampe aufgehängt wurde, ehe die Karles und Karolines es verputzten.
Als Bäckergeselle in Bühl kam Karl Koch das erste Mal mit dem Brauchtum der Karletreffen in Berührung. Gemeinsam mit Karl Kern, den Schonachern als „Däler-Karle“ ein Begriff, und Karl „David“ Kienzler versuchte er, die Karletreffen in Schonach zu etablieren. 70 Karls, Karl-Mischformen, Carlas und Karolinas gab es um 1975 in Schonach. Und Dank der Hartnäckigkeit von Karl Kienzler kam es am 28. Januar 1977 im Schlossberg zum ersten Karletreffen.
Nach der mittelbadischen Tradition wählten auch die Schonacher den Todestag von Karl dem Großen als ihren Karletag. Karl Koch würdigte ihn als ersten Europäer, der dem Kontinent politisch, kirchlich und kulturell zur Blüte verhalf.
(Erschienen im Südkurier.)