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08.03.2018
Verkehrsministerium: Schwarzwaldbahn technische Meisterleistung von Weltrang
Pressemitteilung
In einer Stellungnahme auf eine parlamentarische Anfrage des Landtagsabgeordneten Karl Rombach MdL (CDU, Wahlkreis Villingen-Schwenningen) bezeichnete das Verkehrsministerium Baden-Württemberg die Schwarzwaldbahn in Bezug zur Eisenbahngeschichte „als technische Meisterleistung von Weltrang“. „Nach ihrer kompletten Inbetriebnahme im Jahr 1873 (Bauzeit 1865-1873) war sie Vorbild für viele weitere Gebirgsbahnen in Europa und in Übersee, darunter auch für die 1882 eröffnete Gotthardbahn in der Schweiz nach Italien. Die Planung lag in den Händen des großherzoglichen Baudirektors Robert Gerwig (1820-1885), der später auch bei der Gotthardbahn mitwirkte.“
Im Zusammenhang mit den Infrastrukturkosten für Stuttgart 21 griff Rombach die technischen Leistungen beim Bau der Schwarzwaldbahn auf. Das Ministerium hebt zwei technische Besonderheiten der Schwarzwaldbahn hervor: „Zum einen überwindet die Bahn auf dem Kernstück einen Höhenunterschied von etwa 450 Metern bei einer geringen maximalen Steigung von 20 Promille. Diese Höhengewinnung wurde mittels in die Landschaft eingepasster Kehrschleifen erreicht, wodurch sich die Bahnlinie bei einer Luftlinie von etwa 11 Kilometern zwischen Hornberg und St. Georgen auf 26 Kilometer verlängerte.“
 
Rombach zeigt sich beeindruckt von der hohen Betriebssicherheit der Bahnstrecke, und das gerade auch im Winter. Das Ministerium führt aus, mit ihren 36 Tunneln auf dem Kernstück sei sie zwar sehr tunnelreich, aber mit lediglich einem größeren Viadukt (Hornberger Viadukt) sehr brückenarm. „Durch ihre geglückte Trassierung ist sie relativ immun gegen Natureinflüsse wie Lawinen, Hangrutschungen, starke Schneeschmelzen, Stürme und Steinschlag; Sperrungen sind daher relativ selten. Alle Bauwerke der zunächst eingleisigen Bahn waren bereits für den zweigleisigen Betrieb, der wenig später nach der Eröffnung folgte, vorbereitet worden.“
 
Das Verkehrsministerium geht auf die ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung der Schwarzwaldbahn ein: „Hatte die Schwarzwaldbahn einst wichtigen Anteil am Zusammenwachsen des Landes Baden, der Landesentwicklung, insbesondere der Gewerbeförderung im Schwarzwald, sowie der allgemeinen Verbindung des Bodenseeraums und der Region Schwarzwald-Baar mit dem mittleren Oberrheingebiet, so liegt ihre heutige, erweiterte Bedeutung auch im Bereich Tourismus. Entlang ihrer Strecke reihen sich heute viele kleine und mittlere Städte mit solider Wirtschaftsstruktur.“ Landtagsabgeordneter Rombach erklärt daher: „Der große Aufwand beim Bau der Schwarzwaldbahn hat sich über Jahrzehnte mehr als bezahlt gemacht.“
 
Es handelte sich damals „um einen im Vergleich zu ‚normalen‘ Eisenbahnstrecken überproportionalen Aufwand für das damalige Großherzogtum Baden“, so das Ministerium. Das Stück zwischen Hausach und Villlingen kostete damals 23,7 Mio. Mark, heute vergleichbar mit 151,7 Mio. Euro. „Es war ein gewaltiger finanzieller ‚Kraftakt‘ für das damalige kleine Land Baden, den man sich jedoch im Interesse der Landesentwicklung leistete“, schließt das Verkehrsministerium.
 
Landtagsabgeordneter Rombach ergänzt: „Beständig wird die Schwarzwaldbahn weiterentwickelt. In den 1970er Jahren erfolgte die Elektrifizierung. Jetzt steht der Anschluss von Villingen an das Netz der Breisgau-S-Bahn an. Eine Abzweigung von der Schwarzwaldbahn bei Donaueschingen führt über die Höllentalbahn nach Freiburg. Mit dem Ausbau der Breisgau-S-Bahn wird über diese Strecke ab Dezember 2019 eine stündliche Direktverbindung zwischen Villingen und Freiburg bestehen.“
 
Für Rombach ist die Schwarzwaldbahn ein vorbildhaftes Projekt der Eisenbahngeschichte. Er erklärt: „Von den Investitionen in das große Schieneninfrastrukturprojekt Schwarzwaldbahn haben bereits mehrere Generationen profitiert. Auch aus dieser Erfahrung heraus setze ich mich für den Ausbau der Schieneninfrastruktur bei uns in Baden-Württemberg ein. Heute geht es zum Beispiel um den zweispurigen Ausbau der Strecke Stuttgart-Zürich, den Ausbau der Rheintalbahn sowie die Umsetzung des Bahnprojektes Stuttgart-Ulm ein.“