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08.03.2019
Rombach zum Berufseinstieg von Heimkindern: 75 % Lohnabzug abschaffen
Pressemitteilung
Landtagsabgeordneter Karl Rombach MdL (CDU, Wahlkreis Villingen-Schwenningen) unterstützt eine Initiative der Off-Road-Kids-Stiftung aus Bad Dürrheim zur Abschaffung des 75-Prozent-Abzuges vom Nettolohn bei Heimkindern. Rombach schrieb deshalb an Finanzministerin Edith Sitzmann MdL: „Das erste Mal sein eigenes Geld zu verdienen, ist eine Erfahrung, die junge Menschen ungeheuer motivieren kann. Zu lernen wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen, gehört zum Erwachsenwerden dazu.“
Es bestehe eine Regelung, die jedoch sehr demotivierend für Heimkinder sei, so Rombach. Abhängig von der Entscheidung eines Jugendamts würden 75 Prozent des Nettolohns bei Heimkindern abgezogen. Das könne zum Beispiel die Ausbildungsvergütung betreffen.
 
Rombach beschreibt die Wirkung auf die jungen Menschen: „Als Folge dieser Regelung können Heimkinder nicht erfahren, dass sich eigene Leistung lohnt. Die jungen Menschen sind sicher nicht freiwillig in vollstationären Einrichtungen aufgewachsen. Und dann greift der Staat in die Lohntüte, was jungen Menschen natürlich als  schreiende Benachteiligung gegenüber Altersgenossen erleben, die bei ihren Eltern aufwachsen und deren finanzielle Unterstützung erfahren. Darüber hinaus dürfen Heimkinder nur wenige tausend Euro ansparen.“ Die Beteiligung der Heimkinder an Pflegekosten ihrer Eltern, bei denen sie nicht aufgewachsen sind, sei dann noch eine weitere Bürde.
 
Rombach fordert: „Diese Regelungen, die dazu noch mit teurem Verwaltungsaufwand verbunden sind, müssen abgeschafft werden. Die 75-Prozent-Regel, das Guthabenlimit und die Pflicht, die Pflege untauglicher Eltern bezahlen zu müssen, sind Auslaufmodelle.“
 
Als sofortige Lösung regt er gegenüber Ministerin Sitzmann an, über einen „Nichtanwendungserlass“ diese Missstände zu beheben. Anschließend müsse natürlich die Anpassung der Gesetzeslage geprüft werden. „Auch Heimkinder müssen die Möglichkeit haben, sich ein kleines Guthaben ansparen zu können, auf Führerschein, Urlaub und Wohnungseinrichtung hinarbeiten zu können“, so Rombach.