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13.07.2020
Biomüllbeutel aus Kunststoff gehören nicht in die Biotonne
Pressemitteilung
Im Schwarzwald-Baar-Kreis sind auch künftig Biomüllbeutel aus Kunststoff nicht für die Biotonne zugelassen, wie Landtagsabgeordneter Karl Rombach (CDU, Wahlkreis Villingen-Schwenningen) mitteilt. „Seit einigen Jahren bereits sind Biomüllbeutel aus Kunststoff auf dem Markt. Es wird Werbung gemacht, dass diese Biomüllbeutel aus Kunststoff biologisch abbaubar sind. Doch für den Biomüll im Schwarzwald-Baar-Kreis sind diese Beutel nicht geeignet.“, erklärt Rombach. Im Gegenteil, die Plastik-Biomüllbeutel würden die Abfallentsorgung vor große Probleme stellen. Es sei im Grunde technisch nicht möglich, bei der Sortierung des Biomülls die Biomüllbeutel von den normalen Kunststoffbeuteln zu unterscheiden.
 

Umweltausschuss des Kreistags

 

Mit dem Umweltausschuss des Kreistags Schwarzwald-Baar besichtigte Rombach Anfang März die Bioabfallvergärungsanlage in Deißlingen. Der Biomüll aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis wird dort weiterverarbeitet. Bei der Gelegenheit kamen auch die Schwierigkeiten mit den Plastik-Biomüllbeuteln, auch BAW-Beutel genannt, zur Sprache. „BAW“ steht für „biologisch abbaubarer Werkstoff“. Rombach sagt: „Zwei bis drei Wochen ist der Biomüll zur Vergärung in der Anlage. Das ist viel zu kurz, als dass die BAW-Beutel abgebaut werden könnten.“

 

Um Klarheit in der Sache zu bekommen, hat Landtagsabgeordneter Rombach die Landesregierung um Auskunft gebeten. Die Landesregierung stellt in ihrer Stellungnahme fest, dass auch in der Fachwelt die Verwendung von BAW-Beuteln zur Sammlung häuslicher Bioabfälle seit einigen Jahren kontrovers diskutiert werde. Vor allem die Betreiber von Bioabfallbehandlungsanlagen stellten dabei den vollständigen biologischen Abbau innerhalb der gegebenen Rottezeiten in Frage. Die Anlagenbetreiber befürchteten, dass wegen Rückständen von BAW-Bioabfallbeutel die Komposte und Gärreste nicht weiter verwertet werden könnten. In einem Forschungsprojekt bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) soll daher jetzt geklärt werden, inwiefern die Biomüllbeutel aus Kunststoff im Biomüll abgebaut werden.

 

Rombach fasst die Situation zusammen: „Aktuell sind BAW-Beutel nicht nur im Schwarzwald-Baar-Kreis, sondern bei der weit überwiegenden Zahl der Abfallwirtschaftsbetriebe in Baden-Württemberg für die Biotonne nicht zugelassen, jedoch werden sie gleichzeitig überall im Handel verkauft. Dem Verbraucher wird so der Eindruck vermittelt, dass BAW-Beutel heute zugelassen wären.“

 

Hoher Anteil an Plastik-Biomüllbeuteln im Biomüll des Schwarzwald-Baar-Kreises

 

Dabei erwähnt Rombach eine repräsentative Biogutanalyse, die 2017 im Schwarzwald-Baar-Kreis durchgeführt wurde. Es sei festgesellt worden, dass im Biomüll 0,07 % des Gewichts BAW-Beutel ausmachen, obwohl diese nicht zugelassen sind. 71 % aller Haushalte würden ihren Biomüll in Beuteln sammeln. Davon würden 30 % herkömmliche Kunststoffbeutel benutzen und 37 % BAW-Beutel. Zugelassene Papierbeutel benutzten 32 %.

 

„Wie sich die Dinge darstellen, sind die sogenannten Biomüllbeutel aus abbaubarem Plastik nicht für die Biotonne geeignet. Der Schwarzwald-Baar-Kreis wird deshalb in nächster Zeit die Bürger für die Verwendung von Papier zur Entsorgung von Biomüll sensibilisieren und an die Haushalte Papiermüllbeutel für die Biotonne senden“, so Rombach.